Bruni5

 

komm_spielen1
Zwingerlogo2

Wertmessziffern DDR 1949-1990

Die Anwendung der Wertmessziffern in der DDR bis 03.10.1990
Die bisher gebräuchliche Kennzeichnung des anatomischen Baues des Hundes und seines Wesens krankte stets an der
sprachlichen Vielseitigkeit, die dem Beurteiler eigen war und dem Leser eines Körscheines oder dem interessierten Züchter
auf der Ausstellung niemals eine klare und prägnante Vorstellung zuließ, weil die angewendete sprachliche Bezeichnung
vielseitige Deutung ermöglichte.
Es war weiterhin unmöglich, aus dem Körschein oder aus der Ahnentafel selbst ganz klare, kennzeichnende Einzelheiten über
das wirkliche Erscheinungsbild zu entnehmen, ganz abgesehen von der Tatsache, dass eine Herausstellung der Erbfaktoren
gänzlich unterblieb. Die Einführung von Wertmessziffern über:

• das F o r m a t (1.Spalte),
• die K o n s t i t u t i o n (2. Spalte) ,
• den K ö r p e r b a u (3.Spalte).
• das W e s e n (4. Spalte),
die erstmalig 1949 anlässlich der versuchsweise durchgeführten "Zentralen Körung im Gebiet der DDR" mit größtem Erfolg
erprobt wurde, hat den einmütigen Beifall der Züchter, der Körmeister, der Zucht- und Leistungsrichter gefunden.
Das Ergebnis der Beurteilung von F o r m a t, L e i s t u n g s g e f ü g e, K ö r p e r b a u und W e s e n wird bei der
Anwendung von Wertmessziffern durch eine vierstellige Zahl zum Ausdruck gebracht, von der jede einzelne Zahl für sich ein
Werturteil abgibt. Damit ist eine Lösung gefunden, die, hart und objektiv angewendet, zu einer eindeutig klaren Kennzeichnung
des Zuchttieres führt, so, dass Auslegungen verschiedener sprachlicher Bezeichnungen nicht mehr so verwirrend wirken
können. Darüber hinaus werden die bestehenden Unterschiede der Zuchtpartner unmissverständlich herausgestellt. Die
Vergebung der Wertmessziffern auf den Körungen und Zuchttauglichkeitsprüfungen dient einer so überzeugenden
Kennzeichnung unseres Zuchtmaterials, dass für den Außenstehenden eine vollkommen k l a r e V o r s t e l l u n g gesichert
ist, die keinerlei zwiespältige Auslegung zulässt.
Die Wertmessziffern, die zum festen Bestandteil des Namens des Zuchttieres werden, gestalten in Zukunft unsere Ahnentafeln
endlich aus der nichtssagenden toten "Nur - Registrierung" von Ahnen zum lebendigen Quell der Erkenntnis über das
Erscheinungsbild (Phänotyp) und das Erbbild (Genotyp) der Vorfahren und ihrer Blutstämme, die bisher aus mehr oder
weniger subjektiv gefärbten Urteilen entstammten.

Für die wertmäßige Beurteilung der Wertziffern ist zu beachten, dass die Zahl 5 die erstrebenswerte züchterische Höchstleistung bedeutet, 4-0 wie 6-9 Abweichungen zum Ausdruck bringen. Die meist festzustellende und auch gesunde Mittellage von 3-7 kennzeichnet damit auch die Streubreite in der Zucht.

Methode der Überprüfung der Verhaltensweise und der Schutzdienstleistung bei der
Zuchttauglichkeitsprüfung (ZTP) und Körung

Der Ausgangspunkt (Punkt "A") sowie folgende Entfernungen sind zu kennzeichnen:

• Bei der ZTP: Punkt "B"=20 m, Punkt "C"= 45 m und Punkt "D"= 60 m; (A B 20 C 45 D 60)
• Bei der Körung: Punkt "B"=45 m, Punkt "C"=70 m und Punkt "D"=90 m. (A B 45 C 70 D 90)

Die Merkmale für eine bestimmte Zahl bei ZTP und Körung sind gleich, nur die Anforderungen an den Hund bei den beiden
Überprüfungen sind verschieden.

Ausgehend von der Abgrenzung der beiden Boniturzahlen für Schärfe und Härte, die im Zahlenraum 1 bis 5 festgelegt sind, wird bei der Überprüfung der Schutzdienstleistung zuerst die Zahl für die Schärfe festgelegt. Der Hundeführer nimmt am Punkt "A" mit seinem Hund Aufstellung. Der Scheintäter reizt den Hund vom Punkt "B" gründlich an. Der Hund wird erst nachgeschickt, wenn der Scheintäter den Punkt "D" erreicht hat. Für die Ausführung der langen Flucht werden die Zahlen von 1 bis 5 für die Schärfe angewandt:

Schärfe:
Ziffer 1 (keine Schärfe) Der Hund verfolgt den Scheintäter nicht oder beißt nicht an.

Ziffer 2 (wenig Schärfe) Der Hund verfolgt den Scheintäter, beißt aber nur schwach an.

Ziffer 3 (ausreichende Schärfe) Der Hund passt sich vor dem Anbiss dem Tempo des Fliehenden an und beißt gut zu.

Ziffer 4 (gute Schärfe) Der Hund verfolgt den Fliehenden bis zum Anbiss mit unverminderter Geschwindigkeit, trifft dadurch
mit Wucht auf den Scheintäter, wobei er sehr gut anbeißt.

Ziffer 5 (sehr gute Schärfe) Diese Ziffer kann nur bei der erhöhten Anforderung der Körung vergeben werden. Bei
unverminderter Geschwindigkeit und wenn der Hund mit großer Wucht das Fortsetzen der Flucht unterbindet.

Nachdem der Hund die Flucht ausgeführt hat, wird er grundsätzlich vom Hundeführer abgeholt, dieser nimmt wieder am Punkt "A" Aufstellung. Der Scheintäter reizt den Hund ein zweites Mal an, diesmal vom Punkt "C" und flieht. Nachdem der
Hund den Punkt "B" erreicht hat, wendet sich der Scheintäter um und führt einen Stirnangriff durch, dafür wird die Zahl der
Härte vergeben.

Der Stirnangriff bei der ZTP unterscheidet sich in der Art der Ausführung deutlich von dem bei der Körung. Bei der ZTP läuft
der Scheintäter dem Hund entgegen, führt deutlich sichtbare Schlagbewegungen aus, schlägt jedoch den Hund nicht. Es wird
dem Hund ein angedeuteter Widerstand entgegengesetzt.

Bei der Körung dagegen ist der Ärmel hinter dem Rücken zu verbergen. Der Scheintäter versucht den Hunde energisch
durch 3 Stockschläge zu vertreiben, wobei der Hund auf jeden Fall vor dem Anbeißen einen Schlag und nach dem Anbeißen
noch zwei Schläge erhält. Der Hund soll den Frontalangriff aushalten und durch den Schlag brechen. Hierbei wird die Zahl für die Härte vergeben.

Härte:
Ziffer 1 (keine Härte)
Der Hund ergreift beim Gegenangriff des Scheintäters die Flucht und läuft zum Führer zurück.

Ziffer 2 ( wenig Härte)
Der Hund läuft beim Gegenangriff bis zum Scheintäter, bedrängt ihn nicht, sondern bleibt außer Stockhiebweite und lässt
sich in der vom Scheintäter aufgezwungenen Richtung treiben, ohne den Scheintäter zu verlassen.

Ziffer 3 (ausreichende Härte)
Der Hund bedrängt beim Gegenangriff den Scheintäter in Stockhiebweite, lässt sich aber nicht vertreiben und kommt beim
Nachlassen des Gegenangriffes zum Beißen. Da bei der ZTP der Stirnangriff nur angedeutet ist (ohne Stockhiebe) , kommt er
 nach kurzem Zögern zum Biss. Der Biss muss gut sein.

Ziffer 4 (gute Härte)
Der Hund setzt beim Gegenangriff seinen Angriff bis zum Scheintäter mit unverminderter Geschwindigkeit fort. In
 Stockhiebweite erfolgt ein leichtes Bremsen, wobei der Angriff durch den Hund in gerader Richtung auf den Scheintäter
 fortgesetzt wird. Er arbeitet sich schnell und energisch durch die Schläge und beißt sehr fest an.

Ziffer 5 (sehr gute Härte)
Bei der ZTP wird in der Härte keine 5 vergeben, weil dies kürzere Entfernung und der angedeutete Widerstand das
Aussprechen des größten Härtegrades nicht rechtfertigen. Die Härteziffer 5 wird nur bei der Körung vergeben, wenn der
Hund mit unverminderter Geschwindigkeit und großer Wucht durch den Schlag bricht und keine Anzeichen von Schwächen
erkennen lässt und sehr hart zubeißt.

Nach Vergebung der Härte begibt sich der Hundeführer zum Stellort, nimmt seinen Hund vom Scheintäter ab (der Hund wird
grundsätzlich nie vom Scheintäter abgerufen) und schickt den Scheintäter zum Punkt "A". Der Hundeführer begibt sich um
Punkt "D" , legt seinen Hund ab und begibt sich ebenfalls zum Punkt "A" . Bleibt ein Hund nicht allein liegen, kann er an der
betreffenden Stelle von einer fremden Person gehalten werden, die sich aber jeglicher Einwirkung auf den Hund enthält. Das
Beurteilungskollektiv, bestehend aus 3 bis 4 Personen, nimmt am Punkt "B" zwischen Hundeführer und Hund in gelockerter
Reihe Aufstellung. Nun wird der Hund hereingerufen und beim Durchgehender Reihe der Beurteiler sein Verhalten
beobachtet, wobei sie dem Hund im Spaziergängertempo entgegengehen, ihn ansprechen und versuchen, ihn anzulocken ohne
dabei eine drohende Haltung einzunehmen oder eine Schockwirkung hervorzurufen. Dabei wird beobachtet, ob der Hund
ängstlich, zurückhaltend, misstrauisch oder gutartig ist, und dafür die entsprechende Grundzahl für das Verhalten
(Wesensziffer) vergeben. Sie bezieht sich auf die Feststellung der allgemeinen Verhaltensweise Menschen gegenüber und nicht
mehr auf die Schutzdienstleistung, die ja schon vorher durch Zahlen für Schärfe und Härte gekennzeichnet war.

Trotzdem gibt es gewisse Zusammenhänge zwischen der Wesensziffer und den Zahlen für Schärfe und Härte.

Folgende Ergebnisse sind möglich:

 

 

 

 

 

 

 

 

5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5/45

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4

 

6/54

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3/55

 

 

 

6/44

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3/45

 

 

 

 

 

6/34

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3/54

 

 

 

 

 

 

 

7/43

 

 

 

 

 

 

 

3/44

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7/33

 

 

 

 

 

3/34

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7/23

 

 

 

3/43

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7/32

 

3/33

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7/22

3/23

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8/12

3/32

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8/21

3/22

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8/11

3/12/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





















"Danka vom Kalifels" SchH2
WZ 6547/33

1.Zahl 6: Kennzeichnung für das Format: kraftvoll

2.Zahl 5: Kennzeichnung für das Leistungsgefüge: Adel und Kraft, Harmonie und Linie

3.Zahl 4: Kennzeichnung für den Körperbau: gute Winkelungen

4.Zahl 7: Kennzeichnung des Wesens: ausgeglichen, gutartig, gegen Einwirkungen empfindsam

hinter dem Schrägstrich:

1.Zahl 3: Kennzeichnung der Schärfe: ausreichende Schärfe

2.Zahl 3: Kennzeichnung der Härte: ausreichende Härte

Quelle: "Wertmessziffern" 2. Auflage 1975
Herausgeber: Sektion Dienst- und Gebrauchshundewesen Spezialzuchtgemeinschaft Deutsche Schäferhunde


VERGLEICH DER SYSTEME BEWERTUNGSZAHLEN - WERTMESSZIFFERN finden Sie hier als PDF-Datei
Bis 03.10.1990 in der ehemaligen DDR, für alle Gebrauchshunderassen der SDG, gültig







Wir möchten hiermit feststellen, dass wir keinen Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der verlinkten Seiten haben. Diese Erklärung gilt für alle auf unserer Homepage angebrachten Links. Wir distanzieren uns ausdrücklich von allen Inhalten der gelinkten Seiten.